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Darsen
Am Ostufer des 26 ha großen, gleichnamigen
Sees in 166 m Höhe über dem Meere gelegen.
Kleines Straßendorf mit Gutsanlage.
Es gab 1939 nur 17 landwirtschaftliche Betriebe, von denen 10
allein weniger als 20 ha Betriebsfläche umfassten, 7
Höfe hatten eine Umfang von 20 bis 100 ha.
Die Bewohner waren 1925 zu 91,2 % evangelisch. Darsen
war einst für lange Zeit Mittelpunkt einer großen
Gemeinde, zu der zeitweise auch Bölzig, Hammer und
Flötenstein gehörten.
Die Handfeste für Darsen wurde vom Hochmeister Winrich von
Kniprode 1374 ausgestellt. Im Krieg von 1410 wurde auch Darsen
verbrannt.
Wohnplatz: Darsener Mühle.
Gemarkung: 572 ha, Einwohner: 79, Haushalte: 39.
Eisenbrück
Das Gemeindegebiet umschließt mehrere
Wohnplätze und besteht aus 4 unterschiedlich großen,
voneinander getrennten Gemarkungen.
Eisenbrück ist die jüngste Landgemeinde des Kreises,
sie entstand erst 1928 durch Zusammenlegung der Wohnplätze
aus den früheren Gutsbezirken Altbraa, Eisenbrück und
Neubraa.
Eine Kirche gab es nicht. Die Evangelischen (1925: 67,6 %)
sind nach Groß Peterkau (die aus Junkerbrück und
Lepczin nach Prechlau) eingepfarrt, für die Katholiken ist
die Flötensteiner Pfarrei (für Neubraa, Lepczin und
Junkerbrück: Prechlau) zuständig.
Bis 1884 gab es in Eisenbrück eine Glashütte.
Wohnplätze von Altbraa: Altbraa-Schneidemühl,
Honigspring, Johannishof und Wilhelminenthal.
Wohnplätze von Eisenbrück:
Eisenbrück Forsthaus, Eisenbrück Oberförsterei,
Junkerbrück Forsthaus, Lepczin, Wüsthof Forsthaus.
Wohnplatz von Neubraa: Neubraa Bahnhof.
Wohnplatz: Rathskamp (gehörte bis 1928 zu Steinforth).
Gemarkung: 1707 ha, Einwohner: 358, Haushalte: 102.
Flötenstein
Flötenstein war flächenmäßig
das größte Dorf des Kreises.
Ursprüngliche Anlage war das Angerdorf, durch späteres
Wachstum sehr verbaut.
1939 gab es 202 landwirtschaftliche Betriebe über 0,5 ha
Größe. 49 Kleinbesitzer bewirtschafteten Stellen
unter 5 ha, 22 Höfe wiesen eine Größe von 5 bis
10 ha, 59 einen Umfang von 10 bis 20 ha auf. 70 Bauern
besaßen Betriebe im Umfange zwischen 20 und 100 ha.
Zwei Betriebe hatten mehr als 100 ha.
Die Einwohner gehörten 1925 zu 79,0 % der katholischen
Kirche an. Die katholische Pfarrkirche St. Maria Magdalena wurde
nach dem Brand der alten (durch Blitzschlag am 19. Mai 1891
vollständig zerstörten) Kirche in den Jahren 1901/02
als Massivbau erbaut. Die evangelischen Bewohner besaßen
seit 1909 eine eigene große Pfarrkirche, die auf dem
sogenannten Babylon-Hügel mit Unterstützung des
Gustav-Adolf-Vereins errichtet wurde.
Noch vor 1400 muss der Orden das als ritterschaftliches
Eigendorf gegründete (1356) Flötenstein in seinen
direkten Besitz gebracht haben. Flötenstein wurde durch den
Hussitenzug des Jahres 1433 verwüstet; 1437 lagen noch
48 der 60 Hufen wüst.
1455 sahen sich die Ordensritter gezwungen, neben der Stadt
Baldenburg auch die Dörfer Wittfelde und Flötenstein
an die pommerschen Adligen Anton v. d. Osten und
Cordt Glasenapp zu verpfänden. Der schwedisch-polnische
Krieg (1656-60) hat auch Flötenstein heimgesucht.
Wohnplätze: Am Diemensee, Flemmingsort, Flötenstein
Bahnhof, Grenzort, Keschenbruch, Pothaken, Steinforth Forsthaus.
Gemarkung: 4338 ha, Einwohner: 1843, Haushalte: 476.
Groß Peterkau
Straßendorf, daneben zahlreiche Abbauten. 69 Höfe
hatten eine Betriebsgröße von 10 bis 100 ha und 3
Betriebe hatten mehr als 100 ha. Es gab nur 4 Höfe mit
weniger als 5 ha, 8 hatten zwischen 5 und 10 ha.
1925 waren 95,7 % der Bewohner evangelisch. Die Pfarrkirche
gehört zu den ältesten Gotteshäusern in weitem
Umkreis. Der aus Feldsteinen und großen Ziegeln
errichtete Bau dürfte schon in der Zeit des deutschen
Ordens entstanden sein.
Katholiken gab es seit der Reformation nur wenige am Ort,
die vorübergehende Zuwanderung von Polen um 1900
stärkte zwar das katholische Element und schuf gleichzeitig
nationale Probleme, die jedoch durch die Abtretung von
Heinrichshof und Birkenstein an Polen 1920 gegenstandlos wurden.
Bereits sehr früh erscheint das Dorf urkundlich. Es wird
in einer Grenzbeschreibung vom 9. Oktober 1313, die zu Stolp
vom brandenburgischen Markgrafen Waldemar ausgestellt wurde,
erwähnt. Nach dem Wortlaut dieser Urkunde gehört
es damals zum Land Stolp (Pommern). Wann es zu Schlochau
gekommen ist, bleibt im Dunkeln; bereits um 1437 gehörte
es zu den Schlochauer Dienstgütern.
1870 verwüstete ein furchtbares Hagelunwetter die Feldmark.
Die Missernte von 1882 veranlasste 10 Familien zur Auswanderung
nach Amerika.
Wohnplätze: Adamshof, Böttcherswerder, Hohenstuhl,
Hohenwalde, Karolinenthal, Klein Peterkau, Neu Golz,
Nieder Hohenwalde, Peterkau Forsthaus.
Gemarkung: 2141 ha, Einwohner: 645, Hauhalte: 141.
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Lanken
Straßendorf, ursprünglich einzeilig, dazu einige
Abbauten.
Die Betriebsflächen waren: 10 Landwirte
hatten Höfe unter 5 ha, 3 zwischen 5 und 10 ha, 10 von
10 bis 20 ha und 30 hatten zwischen 20 und 100 ha.
Die schlechten Böden zwangen einen großen Teil der
Bevölkerung, sich ihr Auskommen in
nichtlandwirtschaftlichen Berufen zu suchen. Viele Mädchen
arbeiteten in der »Saison« in einer Konservenfabrik,
die Burschen in Ziegeleien (z. T. in Mecklenburg).
Die Einwohner gehörten 1925 zu 80,7 % der katholischen
Kirche an.
Lanken erhielt am 16. 11. 1354 seine Handfeste. Wie aus dem
Namen ersichtlich, handelte es sich um Pruzzen, denen der Orden
hier Land gegeben hatte. Bei einem Poleneinfall des Jahres 1411
wurde das Dorf zerstört. Was nicht in diesem Jahre
unterging, verschwand durch den Hussitenzug 1433 und
während des 13jährigen Krieges (1454-66) völlig.
Eine Neugründung erfolgte durch den polnischen Starost
Stanislaus Latalski im Jahre 1598. Die Schwedenkriege
suchten das Dorf wiederum heim, so dass viele Bauern in die
Abhängigkeit des Grabauer Gutsherrn gerieten.
Wohnplätze: Am Spitzenberg, Donnersberg, Lanken Bahnhof,
Lanken Waldarbeitergehöft, Lankenmühle.
Gemarkung: 2573 ha, Einwohner: 374, Haushalte: 90.
Starsen
Die Gemarkung stößt im Norden an den Kreis Rummelsburg
(der Starsener See bildet die Grenze),im Nordosten begrenzt sie
der Deeper See (zugleich Grenze zu Gr. Peterkau). Der Seespiegel
des Deeper Sees liegt mit 154 m etwa 25 bis 30 m unter der
Oberfläche seiner Umgebung, er gehört zum Quellgebiet
der Brahe.
Ursprünglich wohl einzeiliges Straßendorf,
dazu 2 Ausbauten.
1939 gab es 13 Kleinstbetriebe unter 5 ha, 2 hatten zwischen
5 bis 10 ha, 7 von 10 bis 20 ha. Es gab 19 Höfe mit einer
Fläche vo 20 bis 100 ha.
Zwei Betriebe waren größer als 100 ha.
Die Einwohner gehörten 1925 zu 72,5 % der katholischen
Kirche an.
Wahrscheinlich war Starsen schon vor 1310 vorhanden; aus
pommerellischer Zeit und der Ordenszeit sind jedoch keine
Nachrichten auf uns gekommen.
In einer Urkunde von 1564 wird von einer
»villa deserta Starzno« (einem zerstörten Dorf
Starzno) gesprochen. In jenem Jahr kam es zur Neugründung
des Dorfes durch den Schlochauer Starosten Latalski.
Wohnplätze: Engsee, Schulzenwalde.
Gemarkung: 1110 ha, Einwohner: 250, Haushalte: 63.
Steinforth
Kleines, wohl ursprünglich einzeiliges
Straßendorf, dazu Abbauten.
7 Höfe waren kleiner als 5 ha, 6 umfassten 10 bis 20 ha,
17 waren zwischen 20 und 100 ha groß. Zwei Betriebe
hatten mehr als 100 ha Land.
Die Einwohner waren 1925 zu 57,7 % evangelisch, sie waren nach
Gr. Peterkau eingepfarrt. Für die Katholiken war die
Pfarrei Flötenstein zuständig.
Möglicherweise ist Steinforth schon zur Ordenszeit
entstanden, doch fehlen Nachrichten darüber.
1631 verschrieb der Schlochauer Starost dem Michael Büttner
und Andreas Darau »die Steinfortsche Stelle von 30 Hufen,
damit sie aus rauher Wurzel ein Dorf erbauten«.
Wohnplätze: An der Fortbrücke, An der Ketelmesse,
Auf dem Berge, Am Zengersee, Hundeschwanz, Putzkoer Land.
Gemarkung: 1160 ha, Einwohner: 209, Hauhalte: 46.
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