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Eickfier
Langgestrecktes, dicht gebautes Angerdorf
an der Straße Baldenburg (9 km) - Schlochau (36 km);
der von Landstraße und einer Nebenstraße, der
Krummen Seite, gebildete Anger war verbaut.
1939 gab es 62 landwirtschaftliche Betriebe mit 20 bis 100 ha
Größe. Außerdem zählte man etwa 80
Hausgrundstücke von Arbeitern, Handwerkern und kleinen
Gewerbetreibenden, die dazu etwas Land mit Wiesen, sowie
eine Kuh, ein paar Schweine und Geflügel besaßen.
Der Ortsname hat gewechselt. Für 1570 werden in
Bresekakus 7 wüste Vorwerkshufen und 13 besetzte Hufen
angegeben. 1594 verschrieb der Starost einem Krüger, Paul
Stanke aus Stegers »in dem neuen Dorf, auch
Kochpreußen genannt«, für 22 Taler den
Krug. Erst 1672 wird von Eickfier (Equir) gesprochen.
1925 waren 87,7 % der Einwohner katholisch. Zur Zeit der
Reformation waren die Bewohner zum evangelischen Glauben
übergetreten. Der Nordische Krieg (1700 - 1721) brachte die
Leute um ihren bescheidenen Wohlstand, sie mussten sich als
Scharwerksbauern dem Gutsherrn von Grabau verdingen. Das Gut war
damals im Besitz des katholischen Zweiges der Familie Götzendorff.
Eickfier und Penkuhl wurden wieder weitgehend katholisch.
Wohnplatz: Quaks.
Gemarkung: 2420 ha, Einwohner: 912 (1174 im Jahr 1910),
Haushalte: 223.
Grabau
Unregelmäßiges zweizeiliges
Straßendorf, dazu das ehemalige Gut,
das um 1900 aufgesiedelt wurde.
9 Bauern besaßen Höfe von 0,5 bis 5 ha
Größe, 6 von 5 bis 10 ha, 30 von 10 bis 20 ha und
34 von 20 bis 100 ha.
Die Grundmoränenzunge des Grabow war bereits zu
vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, viele Steinkistengräber
zeugen davon. Nach der Festlegung der Grenze des Ordensstaates
gegen das Territorium der Bischöfe von Cammin 1310 und
1313 begann der Orden mit der Erschließung seiner
Grenzgebiete. Der Hochmeister Winrich von Kniprode stellte 1374
eine Handfeste aus: »Wir ... vorlyen und geben unsren getruwen
Steffan von Gotzendorff ... LX huben zcu Grabow«.
Dieses Geschlecht, zuletzt unter dem Namen
von Götzendorff-Grabowski saß dann bis 1783 auf
Gut Grabau. Ein Mitglied der Familie, der 1698 hier geborene
Adam Stanislaus wurde 1736 Bischof von Kulm, 1739 von Wloclawek
und 1741 Fürstbischof von Ermland (bis zu seinem Tode 1766).
Die Einwohner von Grabau gehörten 1925 zu 60 % der
evangelischen Kirche an. Grabau war nach der Reformation
evangelisch geworden. Die katholische Grundherrschaft
(von Götzendorff-Grabowski)
erwirkte jedoch die Rückkehr zahlreicher Einwohner zur
katholischen Kirche (infolge des
Abhängigkeitsverhältnisses auch in Eikfier und
Penkuhl).
Wohnplätze: Flussberg, Johannisberg, Petersberg, Steinberg,
Forsthaus Torfstich.
Gemarkung: 1711 ha, Einwohner: 595, Haushalte: 127.
Groß Wittfelde
Ein Angerdorf, daneben die Güter
Ebersfelde und Klein Wittfelde.
1939 hatten nur 7 Höfe weniger als 5 ha
Betriebsfläche, 2 umfassten 5 bis 10 ha, aber 38 von 10 bis
20 ha und 34 von 20 bis 100 ha. Schon 1930 hatte die
Grenzmärkische Siedlungsgesellschaft Ebersfelde gekauft und
an 40 Siedler aufgeteilt. 1922 besaß das Gut Klein Wittfelde
342 ha.
Die Einwohner waren 1925 zu 98,8 % evangelisch.
In der Urkunde von 1380 steht als Ortsname
Weissenfelde. 1408 erscheint das Dorf noch einmal in
einer Grenzbeschreibung des benachbarten (ebenfalls zur Komturei
Schlochau gehörigen) Dorfes Bischofthum in seiner
niederdeutschen Form als Wittfelde.
Wohnplätze: Auf den Buschplänen, Auf den
Kienbruchskaweln, Beim Frankenbruch, In den Seekaweln.
Gemarkung: 1906 ha, Einwohner: 505, Haushalte: 121.
Penkuhl
Zweiteiliges Straßendorf (zwei
parallele Straßenzeilen, durch die Zahne von einander
getrennt). Es gab 16 Kleinbesitzer mit weniger als 5 ha, 5
Bauern hatten Höfe von 5 bis 10 ha, 12 von 10 bis 20 ha,
40 Höfe waren zwischen20 und 100 ha groß, 2 Betriebe
hatten mehr als 100 ha.
Noch vor dem 1. Weltkrieg ging die Bevölkerung in sehr
starkem Maße der Heimarbeit nach, das
»Zäunen« (Flechten von Kiepen,
Kartoffelkörbenusw.) war für die meist ärmeren
Kleinbesitzer eine notwendige Aufbesserung ihres
Lebensunterhaltes. Nach 1920 ging diese Gewerbe mangels
Absatzmöglichkeiten, aber auch wegen des Verlustes der
Schwornigatzer Wälder an Polen, von wo die dazu notwendigen
Kiefernwurzeln bezogen wurden, ein.
1925 gehörten die Einwohner zu 75,7 % der katholischen
Kirche an. Die erste Kirche, die 1653 baufällig war, hatten
die Protestanten errichtet. Damals wird das Gotteshaus als ohne
»ohne Titel und Weihe« genannt; das Altarbild wird
als »calvinistisch« bezeichnet, möglicherweise
waren die Einwohner damals reformierten Glaubens. Sie sind aber
später weitgehend wieder katholisch geworden (siehe auch
Grabau).
Wohnplätze: Forsthaus Fuchsbruch, Penkuhl
Waldarbeitergehöft, Quaks, Spitzenberg.
Gemarkung: 2204 ha, Einwohner: 620, Haushalte: 157.
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Schönau
Liegt an der Straße von Baldenburg (10,5 km) nach
Neustettin (19 km), 154 m über dem Meere.
Ursprünglich wohl Angerdorf, durch das Gut in seiner Anlage
gestört.
Von den 58 landwirtschaftlichen Betrieben (1939) gehörten
allein 39 der Größenklasse von 10 bis 100 ha an.
1922 hatte das Gut Karlshof 256 ha, und das Gut Schönwalde
386 ha.
Die Bewohner waren 1925 zu 99,5 % evangelisch.
Der Ort war Mittelpunkt eines Kirchspiels, zu dem neben den
beiden Filialkirchen Demmin und Dolgen (Kr. Neustettin) 11
Ortschaften mit rund 1200 Bewohnern gehörten.
Die Handfeste für Schönau wurde 1378 ausgestellt.
Das Jahr 1411 brachte für Schönau Not und Elend.
Durch die Raubzüge angrenzender pommerscher Ritter
ging es mitsamt seiner Kirche in Flammen auf. Auch der
Hussittenzug 1433 und der 13-jährige Krieg zwischen dem
Orden und Polen verherrten das Dorf.
1638 raffte die Pest etwa 130 Menschen in Schönau hinweg;
2 Frauen wurden damals als Hexen verbrannt.
Das Gut teilte man 1932 in 40 Siedlerstellen auf.
Wohnplätze: Karlshof, Schönau Bhf.,
Schönwalde.
Gemarkung: 1548 ha, Einwohner: 495, Haushalte: 114.
Schönberg
Kleines Angerdorf, dazu einige Ausbauten.
8 Bauern hatten Höfe unter 5 ha, 3 zwischen 5 bis 10 ha,
12 zwischen 10 bis 20 ha und 13 Betriebe waren zwischen 20 bis
100 ha groß.
Die Einwohner gehörten 1925 zu 97,6 % der evangelischen
Kirche an.
Schönberg erhielt seine Handfeste 1385. Im Jahre 1410
wird ein Claws Ponike (wohl prussischer Herkunft) als Bauer in
Schönberg erwähnt. Im selben Jahre kamen bei einem
Poleneinfall, dem die Stadt Baldenburg zum Opfer fiel, auch die
Schönberger Bauern zu Schaden. Zu polnischer Zeit wurde
Schönberg ein Scharwerksdorf des Wittfelder Gutes.
1816 wurde die Leibeigenschaft und das Scharwerken aufgehoben,
die nun befreiten Bauern sollten zwar das Inventar in Höhe
von 5967 Talern bezahlen, aber der König erließ ihnen
die Summe.
Wohnplätze: Schönberg Bahnwärterhaus,
Schönberg Forsthaus
Gemarkung: 1379 ha, Einwohner: 197, Haushalte 51.
Stremlau
Unregelmäßig gebauter größerer
Weiler und 6 Abbauten.
5 Landwirte besaßen Höfe von 10 bis 20 ha, 14 von
20 bis 100 ha, ein Hof war größer als 100 ha.
Die Einwohner waren überwiegend evangelisch (1925: 80,4 %),
sie hatten am Ort kein Gotteshaus, sondern waren nach Baldenburg
eingepfarrt (die Seemühle nach Schönau).
Stremlaus Geschichte reicht bis in die Ordenszeit zurück.
Urkundlich erscheint das Dorf zuerst in einer Schadensliste
aus dem Unglücksjahr 1410. Um 1682 war Stremlau dem auf der
anderen Seite des Bölzig-Sees gelegenen Gut Klein Wittfelde
scharwerkspflichtig; um die Dienste ableisten zu können,
war an der engsten Stelle des Sees eine Pfahlbrücke erbaut
worden, die 1757 im 7jährigen Krieg von den Russen
zerstört wurde.
Wohnplatz: Seemühle
Gemarkung: 941 ha, Einwohner: 179, Haushalte 40.
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